Verschiedene Welten - Ein Jahr Israel

Shalom mi Israel - Hallo aus Israel,

also ich habe mich jetzt dazu aufgerafft, monatlich in diesem Blog meine Erfahrungserlebnisse in diesem wunderbaren Land niederzuschreiben. Aber zuerst eine kleine Einleitung.

Anstatt meinen Zivildienst in Deutschland abzuleisten, habe ich mich dazu entschlossen, diesen im Ausland zu leisten. Das es jetzt Israel sein sollte, war zunächst eine spontane Entscheidung. Die vielen Vorteile wurden mir erst in der seelischen Vorbereitung aufs Volojahr klar und nun nach einem Monat sind alle Erwartung übertroffen.

Ich arbeite hier in einem Behindertenheim mit ca. 90 zu Betreuenden(Membern) im Alter von 5 - 50 Jahren. Das Heim heißt Beit Uri, ein schönes Heim, das mit einem Sportplatz auch für uns 9 Volos eine unterhaltsame Ablenkung bietet. Wir neun Volos sind in einer Wg unterbracht, mit Küche und Gemeinschaftsraum, an dem an beiden Seiten Gänge mit unseren Zimmern grenzen. Das Haus hat Wlan und einen Gemeinschaftscomputer, den wir hauptsächlich als Musikanlage und Fotoablage benutzen. Mir kommt die Wg immer noch so vor, als wenn man sie für einen Wochenendtripp gemietet hätte um dort richtig Party zu machen, was wir abends nach dem harten Arbeitstag dann auch gerne machen. Die Member wohnen hier in verschiedenen Häusern, in denen wir Volos Werkstag neben dem Workshop untergebracht sind. Ich arbeite im Beit Maravit (Westhaus), in dem acht männliche und neun weibliche Member leben. Dominiert wird dieses Haus aber vor allen von drei Arbeiterinnen, mit denen man lieber ein gutes Verhältnis führen sollte. Sie machen nämlich den Eindruck, dass falsches Benehmen gefährlich enden könnte. Ich komme aber super mit ihnen klar und habe im Vergleich zu anderen Volos in ihren Häusern den Vorteil, dass eine Frau recht gut Englisch sprechen kann.

Der Ort, den ich hier mein neues Zuhause nennen darf, heißt Givat Hamoreh und gehört zur 45000 Einwohnerstadt Afula, dem diverse Reiseführer keine Erwähnung schenken bis auf die Tatsache, dass Afulas Busstation ein Verkehrsknotenpunkt in Israel ist. Für uns ein Vorteil, da alle großen Städte erreichbar sind.

Am 27. August verabschiedete ich mich von meiner Familie, stieg ins Flugzeug und musste keine zwei Stunden später beim Umsteigen in Warschau die erste Hiobsbotschaft über mich ergehen lassen. Mein Gepäck könnte nicht mit, es sollte dann am nächsten, spätestens am übernächsten Tag nach Afula-Givat Hamoreh nachgeschickt werden. Mein schlechtes Gefühl hatte mich nicht enttäuscht, es sollte einiges länger dauern. Ohne Klamotten angekommen, traf ich die ersten Volos, die ich bereits von Treffen in Deutschland kannte. David, Paul und Ich beschlossen sofort, das erste Wochenende in Jerusalem zu verbringen. Wir besuchten die Klagemauer pünktlich zum Shabbat und tranken abends bei Wasserpfeife mit Amerikanern ein über den Durst. Ein guter Start ins neue Jahr. Am nächsten Tag gings abends zurück nach Afula. Mein Gepäck war da - mit 5 Tagen Verspätung.

Zum ersten Arbeitstag waren dann alle Volos eingetroffen. Ein genereller Überblick. Morgens um 10 vor 6 aufstehen, um 6 im Beit Maravit antanzen, eine halbe Stunde rumgammeln und mit meiner Chefin Kaffee trinken. Dann den Membern Zähne putzen und beim Frühstücken helfen. Dann gehts zum Workshop, dem Wollworkshop. Hier verbringe ich den Vormittag damit, meine doch sehr ungeschickten Qualitäten in Sachen Wolle zu verbessern. Schnell wurde mir klar, dass dieser Workshop doch eher für die unfähigen Member ist. Die fertigen Produkte sind zumeist Ergebnis meiner Hausarbeiterin Sherva. Dann gehts zurück ins Beit Maravit zum Mittagessen und um zwei Uhr nach Hause. Ich muss mir unbedingt eine Nachmittagsunterhaltung ausdenken, denn momentan passiert nachmittags nicht allzu viel.

An den weiteren Wochenenden haben wir unseren Abenteuerdurst gestillt. So ging es das zweite Wochenende nach Haifa an den Strand, das nächste an den See Genezareth und das dann folgende wanderten wir in den Golanhöhen in ein.em wunderschönen Tal mit großen Wasserfällen. Sehr tolle Erfahrungen. Zwischendurch fuhr ich mit einigen Membern und Paul, ein Mitvolo, für vier Tage an den See Genezareth. Ein Urlaub für die besonders harten Fälle Beit Uris, weshalb Paul und Ich das Wort Urlaub nicht unbedingt ernst nehmen wollten. Jedenfalls es war Urlaub pur. Wir hatten viel Spaß mit den Members, hatten selber viel Zeit, Orte zu besuchen, an denen einst Jesus Taten vollbracht haben soll und konnten seit langer Zeit so viel Fleisch essen bis wir es nicht mehr ansehen konnten.

So, der Monat September ist vorbei. Ich habe sehr viel erlebt, wir Volos bilden ein super Team und die Arbeit ist gut. Bis Oktober.

30.9.08 20:54

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Kathi (19.10.08 15:17)
Hallo Bruderherz.
Da springt mein Herz ja vor Stolz wenn ich dich solche Texte verfassen sehe. Auf jeden Fall hört sich alles super interessant an und ich freu mich schon auf ende November und auf eventuelle neue Bilder im Studi. (Ich hab jetzt Internet!! zuhause.) Dann noch viel Spaß.


Mama&Papa (19.10.08 15:36)
Hallo lieber Christopher in Israel.
Du hast die Seite schön eingerichtet und wir freuen uns darauf unseren Freunden die Seite zu zeigen. Wir gehen jetzt zum Fußballplatz und melden uns diese Woche wieder. Drücken dich


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